2xd ^ Sound of CYNETARTists 2011


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introducing CYNETART musicians 2011... 60 minutes mix ... electronic, bass, elektro, electronica, experimental

mixed 26.10. 2011 by parmon

tracks by Skyence, Noize Creator, Galaxian, Headnoaks, Zavoloka, SIGNAL, Ulf Langheinrich, Andrey Kiritchenko, Steve.e!, Biosphere, Escape Now!, Echology

90% of the artists participate in CYNETART 2011!

FREE DOWNLOAD

Auch bei DoubleD-Town Podcast veröffentlicht

PLAYLIST



SKYENCE - String Theory (Original Mix)* Millions Of Miles EP (STOKE005)
Noize Creator - Excerpt Planeten Liveact* Online for Download/Suburban Trash Soundcloud ~
Galaxian - What now FREE TRACK, Bandcamp ~
Headnoaks - Die VerÀnderung ist da* Arbeitsbericht (transient force 023)
Zavoloka - Suspenzia www.nexsound.org
SIGNAL - Wismut (version)°° Robotron
Ulf Langheinrich - 2008-SPINTEX-remix*
Andrey Kiritchenko - Spreading Comets* [mn002] scatter stars - ~
Steve.e! - Lonely fool* SUN LP - auf Jamendo - ~
Biosphere - Genkai 1°° N-Plants (2011)
Escape Now! - AudioTrack 04°°
Echology - Office Crunch* KSB006 - LaptopBattle Compilation II - ~
Steve.e! - Skywalker*

* plays live at CYNETART 2011
°° Modul- or Installationsound at CYNETART 2011
~ Netaudio (free download)


DIALOG



Thomas Dumke (CYNETART, td) && Parmon (CYNETART, phonocake, pm)

pm: Talk about music... okay, dann fang ich mal an... Ich finde, wir leben in einer musikalisch immens spannenden Zeit, in der immer neue Musikrichtungen, Styles hervorkommen und auch benannt werden. Mir fallen da spontan Skweee, Juke, Wonky, Dubstep ein. Aber auch Chillwave und Witch-House. Zur CYNETART werden wir neben Deep Rave, Dubstep und Elektro u.a. auch das Orkester Kubiczek erleben, ein neues Duo, mit Noize Creator und Echology, wobei Noize Creator die ersten viergenannten Musikstile tief in sich trĂ€gt, nebst anderen. Er ist ein Producer, der gerne neue Musikstile ausprobiert zu produzieren. Mit seinem Juke-Set letztens im Alten WettbĂŒro hat er das ganze Haus leergespielt, aber es war ein gigantisches und besonderes Liveset. Sowas hat man in Dresden noch nicht gehört. (Siehe Automatique Clubbing@CYNETART 2011)

td: Ja, die Spektren der musikalischen Richtungen werden immer feiner, durchmischter und hybrider, also am Ende nix Neues - alles postmoderne SpĂ€tfolgen im Sound und auch entsprechend der kulturellen Diversifikation die sich gerade in den urbanen RĂ€umen ausprĂ€gen mit Hilfe der allgemein verfĂŒgbaren technologischen Instrumente. Immer weiter. Grenzenlos.

... ein Auge fĂŒr ein Ohr ...

Haben wir Filme, die immer mehr und mehr - also unabhĂ€ngig vom ErzĂ€hlstrang und Bildsprache - vom Sound mitgetragen werden, wird die Musik immer kinematografischer, also bildhafter. Nehmen wir Filme wie »Enter the Void« von Gaspar NoĂ©. LFO‘s »Freak« leitet in die Neonwelt Tokyos ein. SpĂ€ter lĂ€sst Thomas Bangalter es durchweg drönen und der Zuschauer lĂ€sst sich durch den Kinoraum gleiten in einem audiovisuellem Drift, hinein in die systematische Zerstörung jedes Bedeutungszentrums, jedes Fixpunkts oder vermeintlichen Inhalts. Lars von Triers »Antichrist« spielt eine HĂ€ndel Arie zu Beginn des Films. Danach hört man - begleitend zur Story - lediglich nur noch GerĂ€usche des Waldes: BlĂ€tterrauschen, Eicheln prasseln permanent auf das Hausdach oder Vogelgeschrei.

Ein Musiker wie Ben Frost nimmt Tiersounds von heulenden Wölfen und sirrenden Killerwalen und baut kinematisch anmutende Klangstrukturen: experimenteller Ambientnoise fĂŒr das tĂ€glich notwendige ImaginationsbedĂŒrfnis.

Das ist irgendwie toll. Du sitzt bei dir zu Hause am Desk, öffnest den Live-Stream der Forschungsstation PALAOA (PerenniAL Acoustic Observatory in the Antarctic Ocean) - die einen Forschungscontainer mit Unterwassermikrophonen ausgestattet haben - und gestaltest deine Home-Sound-Kulisse aus KlĂ€ngen der Unterwasserwelt des SĂŒdpolarmeeres.

pm: Die große Frage ist immer, wie (kĂŒnstlicher) Sound mit den technischen Möglichkeiten wĂ€chst. Das konnte man bei der Schallplatte, der Kassette und anderen TrĂ€gerMedien beobachten, genau wie bei den Produktionsmöglichkeiten: den Synthesizern, den Homestudios und neuen Formaten und Wegen: Mp3, Netlabels, Mp3-Shops. Am 25. und 26.11. können wir ja die RML CINECHAMBER zur CYNETART erleben: 8-Kanal-Surround und speziell produzierte Werke, die im Zuge der Verschmelzung mit audiovisuellen Ideen auch noch Laufbilder auf zehn LeinwĂ€nden zeigen. Ist das schon die Grenze? Das ist Superlative und etwas besonderes, Grenzforschung und viele Musiker sind heiß drauf. Die Grenze zum alltĂ€glichen Erlebnis Surround-Sound ist in der Breite meiner Meinung nach noch nicht wirklich ĂŒberschritten.

td: Ja, wie weit geht das? Die CineChamber ist auch so ein Versuch, das Publikum in eine annĂ€hernd idealtypische Immersionssituation zu versetzen. Im Film haben wir die Tendenz zur hyperrealen Darstellung. Realer als real und fern jeglicher natĂŒrlicher Wahrnehmungsgewohnheiten. Die MTV Generation wird aktuell abgelöst von der First-Person-Perspective-3D Spiele-Generation. Der Hang, mittels bildlicher Konstruktionen und Schnitttechniken die perfekte Immersion und Illusion zu schaffen. Kannst du dich an Monolake-Live Surround und Francisco LĂłpez erinnern? FĂŒr mich persönlich die beiden Sound-Erlebnisse der letzten beiden Jahre zur CYNETART. Francisco LĂłpez kreiert mit seinen Field Recordings einen inneren Film. Das Publikum sitzt mit verbunden Augen in einem kreisförmigen Arrangement und es ist an ihnen, sich aus dem Gehörten kraft der eigenen ImaginationsfĂ€higkeit sich vom Sound leiten zu lassen. Der Drang zum Effekt ist allerdings auch hier nicht von der Hand zu weisen.

Lass uns mal ĂŒber deinen Mix reden. Nur mal beispielhaft die Abfolge des Galaxian - What now-Tracks. Da wird das 911-Thema aufgemacht und im folgenden Headnoaks-Track konstruierst du eine Verbindung in deinem Mix zum Thema VerĂ€nderung. Wenn ich diesen Track höre, denke ich an Charles Stross Beschreibung einer fortgeschrittene Zivilisation namens das Festival („SingularitĂ€t“). Diese werfen Telefone auf Planeten ab, die im Austausch gegen Geschichten WĂŒnsche erfĂŒllen. In Folge bringt das Festival eine ganz schöne Unruhe in vermeintlich geordnete Situationen. Also, du bist beim Mixen oder arrangieren dem Regisseur und seiner Montage nicht weit entfernt. Wie, wenn zwei Bilder aufeinandertreffen, entsteht ein Drittes. Eine andere Art des Sehens. Was passiert, wenn zwei Tracks dieser Art aufeinandertreffen?

pm: Im besten Falle der optimale Mischungsmoment : ) Die Kombinationsvielfalt fĂŒhlt sich unendlich an. Es ist wie Kochen oder Farben mischen oder Tanzen. FĂŒr mich ist die optimale Mischung zweier Lieder ein großes Ziel. Meistens passiert das aber sehr spontan und kann nicht wirklich reproduziert werden. Reproduktion scheint beim MusikMixen von DJs auch das große Tabu zu sein. Man hört kaum Lieder mal doppelt und schon gar nicht Kombinationen von Liedern.

Lieder können schön fĂŒr sich stehen, aber der Mix ist fĂŒr mich die Krönung von Musik, theoretisch am besten noch der Livemix im Radio. Da hĂ€ttest Du dann auch das passende Telefon im Sinne von Stross... Traummaschine im Äther. Aber genau diese Geschichtenmaschine zeigt, dass die Freuqenzen nur Dinge aus uns herauskitzeln, die sich irgendwie schon in unseren Nerven gebildet hatten. LĂłpez‘ Konzert war eines der besten, die ich je in Dresden erleben durfte, diese IntensitĂ€t hĂ€tte ich mir nicht im Traum vorgestellt. Das sind durch Technik erzeugte Grenzerlebnisse. „Movement A“ von Ulf Langheinrich hat damals meiner Meinung nach eine Grenze ĂŒberschritten, vor allem durch das visuelle Spielen mit den Stroboskopen im VerhĂ€ltnis zum ‚stehenden‘ Sound. Virilios Theorie zur Geschwindigkeit in einem Werk umgesetzt. Das war eine ziemlich intensive Bewußtseinsverschiebung durch Technik, die mit unserer körperlichen Gegebenheiten spielte, passenderweise mit dem am weitestentwickelten Organ, den Augen. Reden wir in fĂŒnfzig Jahren weiter, was das alles mit uns anstellt.

Samples und Sounds, genau wie Grafiken haben aber natĂŒrlich genau dadurch die wunderbare Gabe des Assoziationsspiels. Die 9/11 & andere Samples im Mix hier spielen damit natĂŒrlich, bringen auch aktuelle Themen rein. Im Mix hier genau soll der Weg eigentlich ĂŒber das vom Noize zuvor noch gehen... Nemesis: als imaginative furchteinflĂ¶ĂŸende Unbekannte, der ein ‚greifbares‘ Erlebnis folgt und die Reaktion, der Mensch immer als Spielball anderer MĂ€chte. Die Workshop- und Mitmach-Gedanken der CYNETART laufen dem voll entgegen. Festival as Lab bedeutet Anti-Konsum, selbst wenn es einmal schön sein kann, nur aufzunehmen und nicht mitzumachen. Nach der „VerĂ€nderung“ kommt erstmal das digitale Chaos, als ‚Alternative‘ wird mit dem nĂ€chsten Lied die Mono-Struktur angeboten. Der Kontrast soll zugleich GegensĂ€tze wiedergeben. Anti-Konsum ist aber heutzutage eine große Herausforderung.

LINKS:

Ben Frost: http://www.ethermachines.com
Charles Stross: http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Stross
CYNETART 2011: http://t-m-a.de/cynetart/f2011
Enter the Void: http://www.arte.tv/de/3205016,CmC=3205018.html
Immersion: http://de.wikipedia.org/wiki/Immersion_(virtuelle_RealitÀt)
PALAOA: http://www.unterwasseroper.de/palaoa.php
RML CINECHAMBER http://t-m-a.de/cynetart/f2011/cinechamber
Ulf Langheinrich http://www.ulflangheinrich.com

Hinweis:

Zur CYNETART wird eine CD-Compilation mit zum Teil unveröffentlichten Tracks der am Festival teilnehmenden Musiker veröffentlicht. Die CD wird mit dem Katalog veröffentlicht. SHIFT - Sound of CYNETART 2011



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