Der gemeinnützige Verein Trans-Media-Akademie Hellerau e.V. (TMA) ist ein Institut für integrale Wahrnehmungs- und Medienforschung. Im Dezember 2001 gegründet, fokussiert sich die TMA durch Eigenproduktionen und die Präsentation (medien-) künstlerischer Projekte (bspw. im Rahmen des CYNETART-Festivals) auf die Konsequenzen der Medientechnologie-Entwicklung für das Selbst- und Weltbild vor allem aus künstlerischer Sicht.
Die TMA ist deutschlandweit einzigartig in der künstlerischen Erforschung von (begehbaren) virtuellen Environments und die Auswirkungen auf die Körperwahrnehmung. Dabei werden Verbindungen zwischen künstlerischen, naturwissenschaftlichen, psychologischen, technischen, kybernetischen und kulturellen Aspekten der Medientechnologie-Entwicklung geknüpft.
Produktionen der TMA wurden bereits zum Ars Electronica Festival in Linz, zur WRO Biennale in Wroclaw, zum Dutch Electronic Art Festival (DEAF) in Rotterdam, am ICA London, dem enter-Festival in Prag, zum Festival für modernen Tanz in Strasbourg sowie zum Pariser EXIT Festival präsentiert.
Bestandteile
- Im Trans-Media-Labor (TML) zur Entwicklung, Erprobung und Anwendung von virtuellen Environments sowie für audiovisuelle Projekte werden interaktive Räume hergestellt, die die Basis für multimediale Performances, Tanzproduktionen und Installationen sowie für Workshops bilden. Das TML ist aus dem Dresdner Innovationsfonds für Kunst und Medientechnologie (DIF) hervorgegangen.
- Das CYNETART-Festival findet seit 1997 jährlich statt und präsentiert Medienkunst-Projekte, die sich durch eine integrale Verknüpfung von Kunst, Wissenschaft und Medientechnologien hervorheben. Die CYNETART ist deutschlandweit das führende Festival für computergestützte Performances sowie interaktive Installationen und Environments.
- Der CYNETART-Wettbewerb findet alle zwei Jahre begleitend zum CYNETART-Festival statt. Von einer international bestzten Jury werden Medienkunst-Projekte ausgezeichnet, die digitale Technologien in den künstlerischen Schaffensprozess vollständig einbinden. Mit insgesamt 25.000 Euro Preisgeld gehört der CYNETART-Preis zu den höchstdotierten Wettbewerben für Medienkunst in Deutschland.
- Die microscope session ist eine Veranstaltungsreihe für elektronische Musik und Vee-Jay-Kultur, die im Jahre 2000 aus dem CYNETart-Festivals geboren wurde und nunmehr einmal jährlich im Rahmen der Tonlagen, dem Dresdner Festival der zeitgenössischen Musiken am Europäischen Zentrum der Künste Dresden stattfindet
- Beim International Network Telematic Environments (INTELE) werden seit 2007 begehbare virtuelle Bild-Klang-Räume auf Basis von Camera-Motion-Sensing Systemen (z. B. EyeCon) entwickelt, die audiovisuelle Echt-Zeit-Interaktionen über Ländergrenzen hinweg ermöglichen. Vorreiter war der 2003 auf der Prager Straße etablierte Erste Virtuelle Platz der Weltkultur, der seine Fortführung im so genannten Virtuellen Pavillon fand (2005-2008). Aktuell arbeitet die TMA mit drei weiteren europäischen Partnern am Projekt »European Tele-Plateaus – Transnationale Räume der Begegnung und Co-Produktion«.
- Seit 2007 verfolgt der Verein die Idee einer netzgestützten Diskussions- und Abstimmungsplattform. Das Virtuelle Parlament (VIPA) ist eng mit der Frage nach den Konsequenzen der Internetkommunikation für eine über die Stellvertreterdemokratie hinausreichende politische Partizipation verbunden und wurde am 11. August 2009 gnlässlich des 90. Jahrestages der Unterzeichnung der Weimarer Verfassung freigeschaltet.
- Die transNATURALE wurde 2005 bis 2009 als Licht-Klang-Festival am Bärwalder See von der TMA Hellerau durchgeführt und von der Gemeinde Boxberg/O.L. veranstaltet. Mit fast 20.000 Besuchern (2008) gehörte es zu den wichtigsten Kunstfestivals der Region.