Durchlaufprobenhustle

Kurz vor der angesetzten Durchlaufprobe, drei Stunden vor der Er√∂ffnungszeremonie des Festivals, ziehen die B√ľhnentechniker die Schutzfolie von den Filzteppichen. Sie sind fliederfarben, liegen √ľber den ganzen Boden des Gro√üen Saales und der Lounge verlegt und wirken ausgesprochen schmutzanf√§llig. B1, feuerbest√§ndiges Material, wird mir versichert. Man w√ľnscht sich Museumsfilzpantoffel zum √ľber die verschmutzten Schuhe ziehen – Festivalteam und Mitarbeiter der Haustechnik werden wohl die einzigen sein, die den Messeteppich in jungfr√§ulich sauberem Zustand sehen, die Er√∂ffnungsbesucher werden buchst√§blich Spuren hinterlassen bei ihrem Rundgang durch die CYNETART Ausstellung.

Vier ansilumenstarke Beamer h√§ngen an Riggs, vis-√†-vis, auf √ľber acht Metern H√∂he, und werfen vollfl√§chige Projektionen auf die Au√üenw√§nde des Gro√üen Festspielhaussaales. Industrieballastiertanks sind meterhoch zu einer Wand get√ľrmt und schirmen den Eingangsbereich gegen den Zuschauerraum ab. LED-Spots lassen die Fl√ľssigkeitstanks in pastellgr√ľnen und -roten Farbt√∂nen changieren. „Video, Ton, Licht; Thomas, alle bereit“ gibt der Technische Leiter das „Go“ f√ľr die Durchlaufprobe. Sie verl√§uft ruckend, die Abl√§ufe stocken noch, der Rechner der Videotechnik verwendet einen falschen Schrifttyp f√ľr die Er√∂ffnungspr√§sentation. Aber das entspricht dem erwartetem Nachmittag-vor-der-Festivaler√∂ffnung-Hustle, man hat noch drei Stunden f√ľr die Ausmerzung der St√∂rungen, das kann viel sein, oder stressig wenig.

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