Userbrief zum BRIMBORIA-Kongress

UNSERBRIEF AUS DEM NETZ ZUM BRIMBORIA-KONGRESS –

Die subversive Strategie des Fake PLZ HELP. HACK MY FUTURE

1. Ausschnitt aus einem Erlebnisbericht

BRIMBORIA-Kongress, Mensa und EEG, Westwerk Leipzig

ReferentInnen: Marc Ammann, Antipreneur, BBZN / laReprise.org, Alain Bieber, Martin Büsser, Daniela Kuka, Lars Quadfasel, Stefan Römer, Martin Sonneborn, Alf Thum, UBERMORGEN.COM, Tilman Loos, Udo Eidinger, Roger Behrens, Andreas Ulrich.

b.velen2010@googlemail.com schrieb am 24.04.2010 um 23:21 einen neuen

Eintrag:

„ () ich muss zugeben, dass ich anfangs etwas unbeeindruckt war, wie viele freischaffende, die der erklärkunst der institutionellen kaum noch praktische effekte abgewinnen können, habe ich oft keine lust auf „good-old-timesrĂĽckblicke“, programmatisch durchkonzipiert und fachmännisch unsubjektiv vorgetragen. der versuch erscheint mir paradox: ein anregendes, weil subversives phänomen wieder dort festzumachen, wo es sich gelöst hat – von der gewöhnlichen lesbarkeit – sollte man, (wenn ja, wie?) ein gesellschaftliches naturschauspiel, wie die „subversion“ erklären, die den theorien von gesellschaft ein eigenleben abtrotzen will, kann und muss.

dennoch, wie viele dieser kollegen hier und spĂĽrbar weniger drauĂźen, fĂĽhlte ich mich vom angebot der veranstalter angesprochen, die sich unter dem label „brimboria“, als freie initiative mit dem themenfeld „subversive kunst“ beschäftigen. der anspruch der veranstalter ist/war “ (…) in bestimmten kĂĽnstlerischen praxen ein geeignetes mittel sehen, debatten anzuregen, rezipient Innen zu verstören und anzuturnen. (…).“

da ist es wieder… ich hab lust mein gefĂĽhl auf die straĂźe zu tragen, meine skills anzuwenden, und irgendwen anzumachen. hat man die techniken erstmal intus, reizt es sie auszuprobieren…da bin ich user durch und durch – da bin ich kind meiner zeit. aber genau da unterscheide ich mich kaum von meinen artgenossen!?… zwiespältig zwischen akademischem forscherdrang, eigenen weltverbesserungsphantasien und meinem bedĂĽrfnis aus der eigenen soĂźe zu schwimmen, etwas ganz unmittelbares zu machen, nicht weil ich zeitgenössisch pflichtbewusst produzieren will, nicht weil ich kunstvermittelnd belehren – bekehren will… meine selbsterfahrung in den klugen aktionen anderer – so reizvoll und schwierig zugleich. aber ihr mĂĽsst euch entscheiden, wollt ihr anregen und kurzfristig wirken oder wollt ihr missionieren, in der hoffnung die fachwelt und damit die gesellschaft, zwar langfristig aber nur institutionell zu sensibilisieren!? letztlich geht es immer darum etwas zu bewirken, das teils bestellte feld erst einmal sichtbar zu machen. so ein format muss sich realisieren lassen. dazu braucht es strategien die sich klug zwischen den konventionen bewegen. die kunst hat zwar theoretisch alle freiheiten, praktisch braucht sie mittel. sie braucht förderung um öffentlichkeitswirksam aufmerksamkeit zu konstruieren. ich stelle fest, dass ich kaum bekannte gesichter aus der hiesigen kunstszene gesehen habe,…(ich ertappe mich gerade selbst dabei, dass ich das irgendwie erwartet habe). letztlich war gerade der raum im randbereich des kongresses, der beste pool um zu beobachten. da spricht der freischaffende journalist von problemen mit urkundenfälschungen und ĂĽber das harte los der freiberuflichen existenz, um unabhängig journalistisch arbeiten zu können. ein sozialpädagoge und student der politikwissenschaften aus thĂĽringen schildert, wie er nach strategien mit jugendlichen gegen rechtsextremismus in der provinz sucht,…nein er ist kein KĂĽnstler,…auch kein aktivist…er war lange perspektivlos…diesen job hat er sich selbst geschaffen…das klingt spannend… ruf du an, ich weiĂź nicht ob ich da die zeit finde…/ ach du auch hier…wie lange ist das her, als wir uns das letzte mal gesehen…ja wollt gestern schon, keine zeit,…ist ja soviel los in der stadt…alles interessante veranstaltungen…hab das erst gestern erfahren…sollte hier filmen…sorry,…muss jetzt weiter…lass uns mal treffen…. / leider trifft man sich zumeist so schnell nicht wieder. Andere szene, andere projekte…schade. alle scheinen wahnsinnig aktiv, aber zu beschäftigt um sich fĂĽr spontane projekte freizuhalten. und doch. die kontinuität der veranstaltungen,…die angebote den gesprächsbedarf zu decken, podiumsdiskussionen, ausstellungen, oder beim gehäuften interessierten vorbeikommen. man trifft sich immer öfter. und man hat sich was zu sagen.

weiterfĂĽhrende links

http://www.brimboria-kongress.net/

http://www.brimboria.net/

http://www.eexistence.de

More illusions, more edges @CYNETart, November 2010.
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UTOPIA ATTRAKTOR WORKSHOP MIT UBERMORGEN.COM ZUR CYNETART 2010

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