Prozess 001|006

¬ĽPROZESS 001 | 006¬ę von [[Kay Malek]]¬† ist eine Definition einer eigenen Form von Wirklichkeit. Im Speicher eines Computers existierend entfaltet sich ein autonomes Realit√§tskonstrukt, das einzig und allein autointeraktiv auf sich selbst fixiert ist. Im Sinne von Realit√§t als Ereignis, das sich durch sich selbst ver√§ndert, ist der Prozess die Gesamtheit einer Vielzahl von digitalen Prozessen, die aufeinander reagieren, miteinander kommunizieren und interagieren. Als Echtzeitprozess existiert der Prozess im gleichen Zeitkontext wie der Betrachter und ist nach seiner Initialisierung eine nicht wiederholbare Folge von kausalen Zusammenh√§ngen. Jede Initialisierung der Definition wird ein anderes Realit√§tskonstrukt hervorbringen.

Der Prozess ist keine virtuelle Simulation. Er ist vielmehr eine Definition von M√∂glichkeiten, die im Manifestationsmedium des digitalen Speichers zur Entfaltung kommen k√∂nnen. Und er ist sinnlich nicht erfahrbar. Er ist im Wesen seiner Existenz eindimensional und existiert auf einer Ebene, die sich den allgemeinen Vorstellungen von Realit√§t entzieht. Das sichtbare Spektrum, die Beamer-Projektion, ist nicht der Prozess selbst. Es ist eine grafische Analogie auf den Prozess, in der jeder Vorgang im Speicher des Computers seine grafische Entsprechung findet. Die Analogie ist ein Hinweis auf die Existenz des Prozesses. Sie ist jedoch mehr als nur eine Visualisierung. Im eindimensionalen Speicher des Computers ist jeder einzelne Prozess f√ľr die Dauer seiner Existenz fest an einen Speicherbereich gebunden. Die grafische Analogie ist intern eine mathematisch h√∂her dimensionierte Interaktionsebene, auf der sich alle Prozesse frei bewegen k√∂nnen, um √ľber gemeinsame Interaktion einen Entwicklungszyklus zu durchlaufen, der kein definiertes Ende hat.

Mit der Anwesenheit eines Betrachters prallen zwei Ebenen von Wirklichkeit aufeinander, die zwar im selben Zeitkontext existieren, aber un√ľberwindbar voneinander getrennt sind. Der Betrachter kann in die Wirklichkeit des Prozesses nicht eingreifen, und f√ľr den Prozess ist der Betrachter nicht existent, da er einzig und allein nur sich selbst betrachtet.

Bis der Strom ausgeht.

Kay Malek: "Prozess 001|006"

Kay Malek: "Prozess 001|006"



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